Gasthermenwartung

Jedes Auto braucht immer wieder eine Inspektion vom Fachmann. Auch die Heizung sollte regelmäßig auf "Herz und Nieren" überprüft werden. Zur Heizungswartung gehört aber weit mehr, als die Reinigung von Brenner und Gehäuse und bei der Reparatur der Heizung gibt es einiges zu beachten. Worauf es bei der Wartung von wandhängenden Gasgeräten noch ankommt, beschreibt dieser Beitrag an Hand von zwei Junkers-Geräten.

Rechtliche Grundlagen

Drei Vorschriften gehen auf die Pflichten von Anlagenbetreibern ein:

  • § 9 der Heizungsanlagen-Verordnung (HeizAnlV): eine Heizungsanlage muss immer in einem technisch einwandfreien Betriebszustand gehalten werden, um die eingesetzte Energie weitestgehend zu nutzen.
  • Kehr- und Überprüfungsordnung der Schornsteinfeger: An raumluftabhängigen Gasfeuerstätten mit einer Leistung ab 4 kW muss eine jährliche Messung des CO-Gehalts im Abgas vorgenommen werden. Ein hoher Kohlenmonoxidgehalt deutet auf eine schlechte Verbrennung hin und ist häufig ein Indiz für eine fehlende oder mangelhafte Wartung.
  • Bundes-Immissionsschutzgesetz: Es schreibt die jährliche Messung der Abgasverluste von Heizwertgeräten durch den zuständigen Schornsteinfeger vor. Auch zu hohe Abgasverluste deuten auf eine mangelnde Wartung hin. Für Brennwertgeräte schreibt der Gesetzgeber keine Wiederholungsmessung der Abgasverluste vor.

 

Für die meisten Gasheizgeräte sind keine Sonderwerkzeuge erforderlich. Der Kundendienst sollte jedoch über eine Mindestausstattung verfügen. Dazu zählt folgendes:

  • übliches Handwerkszeug (Schraubenschlüssel, Schraubendreher, Drahtbürste, Hammer, Zangen usw.)
  • Tauspiegel
  • modernes Abgasmessgerät (inkl. CO-Messung und Kaminzug)
  • Kesselbürsten
  • Taschenlampe und Handlampe
  • elektrisches Vielfachmessgerät
  • Wasserschlauch mit verschiedenen Schlauchtüllen
  • Reifendruckmanometer, Fußluftpumpe (alternativ Kompressor), eventuell Dose mit Gefäßfüller
  • Eimer mit Literskala und Putzlappen
  • Lecksucher für Gasleitung
  • U-Rohrmanometer, alternativ Digitalmanometer
  • Stoppuhr

 

Durchführung der Wartung

Auf jeden Fall sollte man das Abgasrohr reinigen, weil das Gerät auch durch ein verschmutztes Abgassystem auf Störung gehen kann. Dies gilt auch für die Strömungssicherung und Abgasüberwachung (AGÜ) bei raumluftabhängigen Geräten.

Bei Wandgeräten reinigt man die Kesselverkleidung innen und außen. Wichtig ist das besonders bei raumluftabhängigen Geräten, die in Küchen oder Bädern betrieben werden.

Alle elektrischen Verbindungen sollten einer Sichtprüfung unterzogen werden.

Die Dichtheit an allen gas- und wasserführenden Bauteilen muss ebenfalls geprüft und Undichtheiten beseitigt werden.

Der Handwerker misst den Abgasverlust, den CO-Gehalt und prüft, ob die Abgaswege dicht sind. Bei raumluftabhängigen Geräten mit Schornsteinanschluss reicht eine Sichtprüfung, bei der auch der Schornsteinzug gemessen wird. Bei raumluftunabhängigen Geräten wird neben der Sichtprüfung auch der CO2-Gehalt der Frischluft im Ringspalt einer konzentrischen Luft-Abgasführung gemessen. Bei einem CO2-Gehalt von mehr als 0,5 Prozent kann man davon ausgehen, dass das Abgasrohr undicht ist (Zulassung des Systems beachten).

Ob bei Kombigeräten der Warmwasser-Wärmeübertrager verkalkt ist, darüber gibt die Messung der Warmwasser-Auslaufmenge und der Auslauftemperatur Auskunft. Gegebenenfalls muss der Wärmeübertrager entkalkt oder ersetzt werden.

Falls vorhanden, sollte die Opferanode von Trinkwasserspeichern überprüft und bei zu großer Abnutzung ausgetauscht werden.

Bevor das Gerät entleert wird, muss die Funktion des Sicherheitsventils geprüft werden. Dieser wichtige Arbeitsschritt wird häufig unterlassen, weil das Sicherheitsventil durch Schmutzablagerungen im Ventilsitz bei der Prüfung undicht werden kann. Der Schaden durch ein nicht funktionierendes Ventil wäre jedoch weit größer als der Aufwand für ein neues Bauteil.

Ist der Wärmeerzeuger entleert, steht die Prüfung des Stickstoffvordrucks im Membranausdehnungsgefäß (MAG) an. Liegt der Vordruck unterhalb der statischen Höhe der Anlage, lässt sich das notwendige Gasvolumen mit einer Luftpumpe, einem Kompressor oder einem speziellen Gefäßfüller wieder herstellen.

Nachdem Brenner und Wärmeüberträger gereinigt sind, baut der Fachmann das Gerät wieder zusammen und nimmt es in Betrieb. Die Messung des Ionisationsstromes (Überwachungsstrom am Brenner), bei minimaler und maximaler Brennerleistung erlaubt einen schnellen Rückschluss auf einen stabilen Betrieb des Brenners. Liegt der gemessene Wert weit unter den Vorgaben, sollte man die Elektrode tauschen, das Kabel auf Beschädigungen prüfen und die Güte der Verbrennung kontrollieren. Wer auf diese Messung bei der Wartung verzichtet, handelt ebenso fahrlässig wie ein Kfz-Mechaniker, der nach einer Inspektion auf eine Probefahrt verzichtet.

Nicht zuletzt sollte die Heizungsregelung unter die Lupe genommen werden. Dabei geht es vor allem darum, herauszufinden, ob die Uhr funktioniert und ob der Kunde mit den Einstellungen zufrieden ist.

Mit Gas ist nicht zu spaßen und bei Gasgeruch ist sofortiges Handeln nötig! Besonders bei raumluftabhängigen Geräten sollte man die Verbrennungsluftversorgung sehr genau prüfen und kontrollieren, ob die Zu- und Abluftöffnung frei sind. Mängel müssen unbedingt beseitigt werden, da sie für die Betreiber eine tödliche Gefahr bedeuten können.